Hauptstadt des Föderationskreises Wolga

Nischni-Nowgorod oder auch “Untere Neustadt” (im Unterschied zu Nowgorod bzw. Weliki Nowgorod (”Groß-Neustadt”), wurde 1221 gegründet und ist heute die Hauptstadt des gleichnamigen Gebietes und des Föderationskreises Wolga. Die Entfernung nach Moskau beträgt etwa 450 km. Regiert wird das Gebiet Nischni-Nowgorod vom ehemaligen Moskauer Vize-Bürgermeister Waleri Schanzew, der 2005 von Präsident Wladimir Putin in dieses Amt berufen wurde.

Einer der größten Märkte der Welt

Ihren stürmischen Aufschwung erlebte die Stadt Nischni Nowgorod Anfang des 19. Jahrhunderts, als die „Messe von Makarew“, eine der größten Handelsmärkte der damaligen Welt, nach Nischni Nowgorod verlagert wurde. Weitere Wirtschaftszweige begannen sich zu entwickeln, so dass die Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Industriezentren des Landes wurde.

Geburtsstadt Gorkis

1868 wurde der Schriftsteller Maxim Gorki in Nischni Nowgorod geboren, dessen Namen die Stadt ab 1932 trug. In den 1930er Jahren bekam Gorki den Status einer „geschlossenen Stadt“, die von Ausländern nicht besucht werden durfte. Grund dafür waren die hier ansässigen Rüstungsbetriebe, in denen unter anderem Atom-U-Boote und Kampfflugzeuge produziert wurden. Das bis heute bestehende Großunternehmen GAZ ist immer noch eines der größten Autobauhersteller des Landes .

Atomphysik, Nobelpreis und Demokratie

Von 1980 bis 1986 war Gorki der Verbannungsort des Atomphysikers, Nobelpreisträgers und Dissidenten Andrei Sacharow, der sich öffentlich für Demokratie, Menschenrechte und gegen den Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan ausgesprochen hatte. Aus Moskau ausgewiesen, lebte er mit seiner Frau Jelena Bonner in Gorki unter ständiger Überwachung durch den KGB. 1986 bekam er von Michail Gorbatschow die Erlaubnis, nach Moskau zurückzukehren. 1989 wurde Sacharow Gründungsvorsitzender der russischen Gesellschaft Memorial, die die Geschichte der Gulag-Lager aufarbeitete.

Sehenswert

Im Zuge der einsetzenden Perestroika wurde die Stadt 1992 wieder für Besucher geöffnet. Im Jahr zuvor hatte die Stadt bereits ihren alten Namen Nischni Nowgorod zurückerhalten. Von touristischer Bedeutung in Nischni Nowgorod ist der Kreml. Das mit mehr als 500 Jahren älteste Bauwerk der Stadt ist eine der größten und best erhaltenen historischen Verteidigungsanlagen des Landes.

(Aktualisiert am 12.3.2007, dh)

Impressum

Kategorie: Stadtnachrichten, Aktualisiert am 9. Juli 2009 von Redaktion | Anmelden